WOLJA Arrival Support im Fernsehen

Im Jahr 2022 – unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine – begann unser ehrenamtlicher Einsatz für geflüchtete Menschen. Von einem Tag auf den anderen standen wir vor einer humanitären Herausforderung, die uns Tag und Nacht forderte. Viele von uns arbeiteten rund um die Uhr – an Bahnhöfen, in Erstaufnahmeeinrichtungen, bei Behördengängen oder bei der Suche nach Unterkünften – oft bis an die Grenzen unserer Belastbarkeit.

Was als spontane Hilfsbereitschaft begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer tragenden Säule zivilgesellschaftlicher Unterstützung. Unzählige Ehrenamtliche organisierten Transporte, begleiteten zu Ämtern, übersetzten, vermittelten private Unterkünfte und gaben vor allem eines: Orientierung und menschliche Nähe in einer Ausnahmesituation.

Das SWR Fernsehen machte dieses außergewöhnliche bürgerschaftliche Engagement im Format „Zur Sache Baden-Württemberg“ einem breiten Publikum sichtbar. In einem Beitrag wurde beispielhaft gezeigt, wie konkrete Hilfe vor Ort aussieht – direkt, unbürokratisch und mit großem persönlichem Einsatz. Unter anderem begleitete ein Fernsehteam unser Mitglied Pavel Leonidov bei einem Einsatz zur Erstaufnahme einer Mutter mit ihrem Sohn. Die Reportage dokumentierte eindrucksvoll, was viele Ehrenamtliche täglich leisten: Ankommen ermöglichen, Sicherheit vermitteln und die ersten Schritte in ein neues Leben begleiten.

Gleichzeitig wurde im Beitrag auch eine Entwicklung thematisiert, die viele Initiativen betrifft: Mit zunehmender Dauer des Krieges hat die anfängliche Welle der Hilfsbereitschaft spürbar nachgelassen. Ehrenamtliche Strukturen stoßen an Grenzen, Kräfte erschöpfen sich, private Ressourcen werden knapper. Während der Unterstützungsbedarf weiterhin hoch bleibt, wird es zunehmend herausfordernder, genügend Menschen zu finden, die dauerhaft Verantwortung übernehmen.

Umso wichtiger ist es, das Engagement sichtbar zu machen – nicht nur als Rückblick auf eine außergewöhnliche Phase der Solidarität, sondern auch als Aufruf, diese Solidarität nachhaltig zu stärken. Denn Integration braucht Zeit, Verlässlichkeit und weiterhin Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu tragen.


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